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Google-Analytics-Alternativen: cookielose Website-Analyse für Schweizer KMU

Eine Google-Analytics-Alternative lohnt sich, wenn eure Website vor allem Anfragen bringen soll. Cookielose Web-Analyse zählt Besuche ohne Cookies, meist auf Servern in der EU oder auf einem eigenen Server. Sie zeigt Quellen, beliebteste Seiten und Anfragen, aber keine Rückkehrer über mehrere Tage.

Noël Bossart
Noël Bossart
Aktualisiert: 13. Okt. 2026 · 7 Min. Lesezeit
Leeres, sandfarbenes Keramikgefäss mit abgesetztem Deckel neben einer Treppe aus ansteigenden blaugrünen Blöcken, auf deren höchstem eine orangerote Kugel sitzt – Sinnbild für Website-Messung ohne Cookies
Inhalt
Auf einen Blick
  • Google Analytics ist erlaubt, aber mit Pflichten
  • Cookielose Messung zählt Besuche pro Tag
  • Rückkehrer und Geräte-Wege bleiben unsichtbar
  • Fünf Werkzeuge: Plausible bis Rybbit im Vergleich
  • Mindestens zwei Monate parallel messen, dann abschalten

Wann sich eine Google-Analytics-Alternative in der Schweiz lohnt

Google Analytics ist in der Schweiz nicht verboten. Wer es einsetzt, hat dafür einige Pflichten, und diese Pflichten bestimmen den Aufwand.

Das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG) gilt seit dem 1. September 2023. Eure Datenschutzerklärung muss mindestens nennen, wer die Daten bearbeitet, wozu und wer sie erhält. Fliessen sie ins Ausland, gehören Land und Garantien dazu (Art. 19 revDSG). Bei Google Analytics stehen dort also Google und die USA.

Seit dem 15. September 2024 gilt für die USA das Swiss-US Data Privacy Framework. Der Bundesrat stuft den Datenschutz bei US-Organisationen als angemessen ein, die sich dafür zertifiziert haben. Google beruft sich nach eigenen Angaben in bestimmten Fällen auf dieses Framework.

Für Cookies und ähnliche Technologien verlangt Art. 45c des Fernmeldegesetzes zwei Dinge. Besucher erfahren, dass und wozu ihr Daten bearbeitet, und können die Bearbeitung ablehnen. Das ist ein Opt-out. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) bestätigt das in seinem Merkblatt vom 31. März 2026.

Eine Grenze setzt der EDÖB-Leitfaden vom 6. Oktober 2025. Mündet das Tracking in ein Profiling mit hohem Risiko, braucht es vorab eine ausdrückliche Einwilligung. Dazu kann Werbetracking über mehrere Websites gehören.

Personen in der EU ändern die Lage. Richtet sich euer Angebot auch an sie, verlangen DSGVO und ePrivacy-Regeln in der Regel eine Einwilligung, bevor Google Analytics läuft. Wie ihr beides in einem Dialog löst, beschreibt der Leitfaden zum Shopify Cookie-Banner nach revDSG und DSGVO.

Kurz gesagt

Google Analytics bleibt in der Schweiz nutzbar. Der Aufwand steckt im Einwilligungsdialog für EU-Besucher, in der Datenschutzerklärung und in der laufenden Pflege. Eine cookielose Messung kann den Dialog ersparen, wenn kein anderer Dienst ihn braucht.

Was cookielose Analyse misst – und was nicht

Eine cookielose Analyse setzt keine Cookies. Sie rechnet aus IP-Adresse, Browserkennung und einem täglich wechselnden Salz, einem zufälligen Zusatzwert, einen Hash. Das ist eine verrechnete Kennziffer, die den Besuch für einen Tag wiedererkennt. Plausible und Fathom beschreiben das Verfahren so. Ohne täglichen Wechsel bleibt die Kennung länger gültig. Manche Werkzeuge legen zudem eine zufällige Kennung im Local Storage ab. Auch das zählt als Zugriff auf das Gerät.

Daraus folgt eine Grenze: Wer euch am Montag und am Mittwoch besucht, zählt als zwei Besucher. Plausible schreibt selbst, dass es denselben Besucher nicht über mehrere Tage und Geräte hinweg erkennt.

Das seht ihr

  • Seitenaufrufe und beliebteste Seiten
  • Woher Besucher kommen: Suchmaschine, Link oder direkter Aufruf
  • Land, Gerätetyp und Browser
  • Ereignisse wie gesendetes Formular, Termin oder Klick auf die Telefonnummer

Das seht ihr nicht

  • Rückkehrer über mehrere Tage
  • Wege eines Besuchers über mehrere Geräte
  • Alter, Geschlecht und Interessen einzelner Besucher
  • Google-Ads-Zielgruppen aus euren Besuchern

Für eine Website, die Anfragen bringen soll, genügt das, was ihr seht, meist. Gefragt sind Quellen, beliebteste Seiten und die Zahl der Anfragen.

Auch ein Dialog verändert die Zahlen. Besucher, die ablehnen, fehlen in Google Analytics. Im Consent Mode kann Google die Lücke schätzen, aber nur bei fortgeschrittener Einrichtung und genügend Datenvolumen. Wie gross die Lücke bei euch ist, zeigt grob der Vergleich mit einer parallel laufenden cookielosen Messung.

Für EU-Besucher gilt mehr

Cookielos heisst für Besucher aus der EU nicht automatisch einwilligungsfrei. Die ePrivacy-Regeln können nach dem Europäischen Datenschutzausschuss auch bei Skripten und bei Tracking allein über die IP-Adresse gelten. Ob eine Einwilligung nötig ist, entscheidet das noch nicht.

Die französische Aufsicht CNIL nimmt reine Reichweitenmessung unter strengen Bedingungen aus. Dafür gelten mehrere Bedingungen, etwa nur anonyme Statistik, keine seitenübergreifenden Kennungen und keine Weiterverwendung der Daten durch den Anbieter. Richtet sich euer Angebot an Kundschaft in der EU, prüft das vorher.

Fünf Google-Analytics-Alternativen im Vergleich

Alle fünf messen ohne Cookies oder lassen sich so einstellen. Die Unterschiede liegen im Betrieb, in der Lizenz und im Preis. Auch die Besucherkennung unterscheidet sich. Plausible und Fathom wechseln das Salz täglich, Simple Analytics speichert keine IP-Adresse. Bei Rybbit und Matomo hängt es von den Einstellungen ab. Die Angaben stammen von den Seiten der Anbieter, Stand 5. Oktober 2026.

Betrieb Cookies Quelltext Einstieg pro Monat
Plausible Cloud (EU) oder selbst Keine Offen (AGPL) 9 USD (10'000)
Fathom Cloud-Dienst Keine Geschlossen 15 USD (100'000)
Matomo Frankfurt oder selbst Standard: ja Offen (GPL) Etwa 22 EUR (50'000)
Simple Analytics Cloud (Niederlande) Keine Geschlossen 20 USD (100'000)
Rybbit Cloud (EU) oder selbst Keine; Local Storage Offen (AGPL) 13 USD (100'000)

Preise pro Monat laut Preisseiten der Anbieter, Stand 5. Oktober 2026. In Klammern die enthaltenen Seitenaufrufe, bei Matomo Hits. Rybbit bei jährlicher Abrechnung, Matomo Cloud ohne MWST, Matomo selbst betrieben ohne Lizenz. Fathom: nur die frühere Version Fathom Lite ist offen. Hosting-Angaben stammen von den Herstellern.

Plausible und Fathom sind die einfachsten Einstiege: ein Skript, wenige Zahlen, kaum Einstellungen. Matomo arbeitet standardmässig mit Cookies. Im cookielosen Modus verliert es an Genauigkeit bei Rückkehrern und bei der Zuordnung von Abschlüssen zur ursprünglichen Quelle. Dafür bringt es einen Modus für die französische CNIL-Ausnahme mit.

Rybbit gibt es seit Januar 2025 und entwickelt sich laufend weiter (Version 2.9, September 2026). Es lässt sich wie Plausible selbst betreiben. Beim Salz lohnt ein Blick in die Einstellungen. Bei Rybbit schaltet ihr den täglichen Wechsel selbst ein, bei Plausible ist er Standard.

Wer nur Besucherzahlen braucht, findet bei Cloudflare Web Analytics eine kostenlose, cookielose Variante. Die Rohdaten bleiben dort sieben Tage erhalten, danach nur noch verdichtet.

Wie Noevu misst: Google Analytics und Rybbit nebeneinander

Auf noevu.ch laufen zwei Messsysteme parallel. Google Analytics läuft über Cloudflare Zaraz, eine Verwaltung für Skripte. Besucher aus der EU sehen dafür einen Einwilligungsdialog. Rybbit läuft ohne Dialog, setzt keine Cookies und legt eine zufällige Kennung im Local Storage ab. Ob das für EU-Besucher einwilligungsfrei bleibt, ist nicht abschliessend geklärt. Es steht auf einem eigenen Server bei Infomaniak in der Schweiz.

Beide Systeme erhalten dieselben Ereignisse: Chat geöffnet, Termin gebucht, Klick auf Telefon oder E-Mail. So lassen sich die Zahlen direkt vergleichen. Die Datenschutzerklärung nennt beide Systeme mit Zweck und Anbieter.

Der Parallelbetrieb hat einen Zweck. Der Vergleich zeigt grob, wie viele Besucher in Google Analytics fehlen, auch wegen des Dialogs für EU-Besucher. Lest den Abstand als Grössenordnung, denn beide Systeme zählen Besucher unterschiedlich. Selbst betreiben kostet zudem Pflege: Updates und Datensicherung liegen bei euch.

Noël Bossart
Expertentipp Von Noël Bossart

Lasst beide Systeme mindestens zwei Monate parallel laufen, bevor ihr Google Analytics abschaltet. Erst dann kennt ihr den Abstand zwischen beiden Zahlenreihen und ordnet alte Berichte richtig ein.

So läuft der Umstieg in fünf Schritten

Ein Umstieg braucht fünf Schritte, und der längste davon ist Warten.

Ziele festlegen

Welche drei bis fünf Zahlen braucht ihr wirklich? Meist sind es die Zahl der Anfragen und ihre Herkunft.

Ereignisse aufschreiben

Jede Handlung, die als Erfolg zählt, ist ein Ereignis im neuen Werkzeug: Formular, Termin, Telefon- oder Mail-Klick, Download.

Werkzeug einbauen

Ergänzt zuerst die Datenschutzerklärung um das neue Werkzeug. Dann kommt das Skript auf alle Seiten, am einfachsten über den Tag Manager (die Skript-Verwaltung) oder direkt in den Seitenkopf. Danach prüft ihr, ob Besuche und Ereignisse ankommen.

Parallel messen

Google Analytics läuft mindestens zwei volle Monate weiter, damit Schwankungen im Monatsverlauf in beiden Zahlenreihen vorkommen. Beide Reihen vergleicht ihr Woche für Woche.

Altes abschalten

Wichtige Berichte exportiert ihr aus Google Analytics, dann schaltet ihr es ab und streicht es aus der Datenschutzerklärung.

Der Dialog verschwindet nur, wenn kein anderer Dienst ihn braucht. Werbe-Pixel wie das Meta-Pixel brauchen in der Regel eine Einwilligung. Bei eingebetteten Videos, Karten und Chat-Widgets prüft ihr jeden Dienst einzeln, bevor ihr den Dialog entfernt.

Vorschau: Checkliste für den Umstieg von Google Analytics auf cookielose Messung
Kostenloser Download

Checkliste: Umstieg von Google Analytics auf cookielose Messung

Die Checkliste führt in vier Phasen durch den Umstieg, vom Vorbereiten bis zum Abschalten. Dazu gehören zwei Monate Parallelmessung und die Anpassung der Datenschutzerklärung.

Download-Formular

Wann Google Analytics die richtige Wahl bleibt

Eine Alternative passt nicht zu jeder Website. Google Analytics bleibt sinnvoll, wenn ihr Google Ads betreibt und Abschlüsse in die Kampagnen zurückspielt. Das gilt auch, wenn ihr Zielgruppen aus Besuchern aufbauen wollt. Dann wiegt die Verbindung zu Googles Werbewerkzeugen mehr als der Aufwand für den Dialog.

Wer vor allem wissen will, woher Anfragen kommen, kommt mit Plausible, Fathom, Simple Analytics und Rybbit gut zurecht. Bei Matomo hängt es vom Modus ab: Mit Cookies bleibt die ursprüngliche Quelle über mehrere Besuche erhalten, ohne Cookies nicht. Welche Messung zu eurer Website passt, klärt ihr am schnellsten im Gespräch. Noevu prüft Website, Dienste und Ziele und richtet die passende Messung ein. Das passiert im Rahmen von Website optimieren lassen oder als Teil der Suchmaschinenoptimierung.

Noël Bossart, Gründer von Noevu
Cookielose Web-Analyse einrichten lassen

Eine kurze Prüfung zeigt, welche Zahlen eure Website braucht und welches Werkzeug dazu passt. Dazu gehört ein Parallelbetrieb, in dem ihr alte und neue Zahlen nebeneinander lest.

Häufig gestellte Fragen

Ist Google Analytics in der Schweiz erlaubt?

Ja, verboten ist es nicht. Ihr nennt es in der Datenschutzerklärung, informiert über die Bearbeitung und lasst Besucher ablehnen. Richtet sich euer Angebot an Personen in der EU, braucht ihr in der Regel eine Einwilligung. Führt das Tracking zu einem Profiling mit hohem Risiko, etwa durch seitenübergreifende Werbeprofile, verlangt der EDÖB eine ausdrückliche Einwilligung.

Braucht eine cookielose Web-Analyse ein Cookie-Banner?

Für Besucher aus der Schweiz verlangt Art. 45c Fernmeldegesetz einen Hinweis mit Widerspruchsmöglichkeit. Einen Einwilligungsbanner schreibt der EDÖB-Leitfaden nicht generell vor. Der Hinweis muss aber beim ersten Besuch erkennbar sein, und der Widerspruch gelingt mit wenigen Klicks. Bei Besuchern aus der EU hängt es vom Land und von den Einstellungen des Werkzeugs ab. Der Dialog bleibt ausserdem, sobald ein anderer Dienst auf der Seite eine Einwilligung braucht.

Welche Google-Analytics-Alternative passt zu einem KMU?

Das hängt vor allem am Betrieb. Wer nichts betreiben will, nimmt eine Cloud-Variante wie Plausible, Fathom oder Simple Analytics. Wer die Daten bei einem Schweizer Hoster halten will, betreibt Plausible, Matomo oder Rybbit selbst. Quellen, beliebteste Seiten und Ereignisse zeigen alle fünf Werkzeuge.

Was kostet eine Google-Analytics-Alternative?

Cloud-Angebote beginnen bei 9 US-Dollar im Monat (Plausible, 10'000 Seitenaufrufe) und steigen mit dem Besuchsvolumen. Wer selbst betreibt, zahlt keine Lizenzgebühr, dafür Server und Pflege.

Gehen beim Wechsel die alten Daten verloren?

Das neue Werkzeug startet bei null, alte Daten wandern nicht mit. Exportiert die wichtigsten Berichte aus Google Analytics, bevor ihr es abschaltet. Lasst beide Systeme zwei Monate parallel laufen, dann lest ihr alte und neue Zahlen nebeneinander.

Lassen sich Anfragen ohne Google Analytics messen?

Ja, über Ereignisse. Plausible, Fathom, Matomo, Simple Analytics und Rybbit zählen Aktionen wie ein gesendetes Formular oder einen Klick auf die Telefonnummer. Auf noevu.ch melden Chat, Terminbuchung und Kontaktklicks dieselben Ereignisse an Google Analytics und an Rybbit.

Quellen

  1. Fernmeldegesetz (FMG), Art. 45cFedlex
  2. Datenschutzgesetz (DSG), Art. 19 und 16Fedlex
  3. Merkblatt Cookies, 31. März 2026EDÖB
  4. Leitfaden zu Datenbearbeitungen mittels Cookies und ähnlichen Technologien, V. 1.1EDÖB
  5. Swiss-US Data Privacy FrameworkEDÖB
  6. Google Ads Data TransfersGoogle
  7. Consent Mode und Verhaltensmodellierung in Google AnalyticsGoogle
  8. Voraussetzungen der Verhaltensmodellierung für Consent ModeGoogle
  9. Guidelines 2/2023 zu Art. 5(3) der ePrivacy-RichtlinieEuropäischer Datenschutzausschuss
  10. Ausnahme von der Einwilligung für ReichweitenmessungCNIL
  11. Data PolicyPlausible
  12. Wie Fathom Besucher zähltFathom
  13. Was Simple Analytics erfasstSimple Analytics
  14. Matomo Preise und HostingMatomo
  15. Plausible PreisePlausible
  16. Fathom PreiseFathom
  17. Simple Analytics PreiseSimple Analytics
  18. Cloudflare Web Analytics: häufige FragenCloudflare
  19. Rybbit PreiseRybbit
  20. Rybbit Quelltext und LizenzGitHub
Noël Bossart

Über den Autor

Noël Bossart — Gründer & Entwickler

Noël baut seit über 25 Jahren Websites — von der Strategie bis zur Umsetzung. Als Gründer von Noevu verbindet er effiziente Prozesse mit ästhetischem Design, um Schweizer KMUs digitale Lösungen zu bieten, die wirklich funktionieren.

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