Die Ausgleichskasse der Aargauischen Industrie- und Handelskammer betreut über 1'500 Aargauer Unternehmen mit rund 2'000 AIHK-Mitgliedern. Ihre Typo3-Seite war seit Jahren technisch nicht mehr zeitgemäss: 321 statisch verlinkte URLs, ein PDF-Berg im /fileadmin/-Verzeichnis und Versicherte, die sich durch Themengebiete und Merkblätter arbeiten mussten, statt nach ihrer Lebenssituation zu suchen.
Kunde & Branche
- Ausgleichskasse der AIHK · Aarau, Kanton Aargau
- 1. Säule (AHV, IV, EO) und Familienzulagen
- Bedient ~1'500 Aargauer Unternehmen mit ~2'000 AIHK-Mitgliedern
Projekt
- Strategische UX-Beratung & Workshops
- Webdesign & Strapi-Entwicklung auf Astro 5
- AI-Bildwelt im AIHK-Look
- Custom Rentenvorausberechnungs-Formular mit PDF-Anbindung
Resultat
- Inhalte komplett übernommen — nicht nur Beispiel-Seiten
- Lädt sofort auf jedem Gerät
- Vollnoten im Google-Performance-Bericht
- Pünktlich zur Eröffnung des neuen Gebäudes
Warum reicht eine Typo3-Behörden-Webseite heute nicht mehr aus?
Die alte Seite war historisch gewachsen: 321 statisch verlinkte URLs, getrennte Themengebiete, getrennte Merkblätter, getrennte Formulare. Versicherte suchten nicht nach Fachbegriffen wie „IK-Auszug", sondern nach einer Lösung für ihre Situation. Die Architektur folgte aber dem internen Organigramm, nicht der Lebensrealität.
Hinzu kam der technische Zustand: Typo3 lief auf einer veralteten Konfiguration, ohne strukturierte Daten, ohne valide Sitemap, mit nicht-priorisierter Mobile-Variante. Versicherte griffen zum Telefon — das band Support-Ressourcen, die für komplexere Fälle gefehlt haben.
Was machte dieses Projekt hart?
Drei harte Constraints standen am Anfang fest:
- Schweizer Datenstandort verpflichtend. 1.-Säule-Daten, IV-Daten, Familienzulagen — kein SaaS-CMS mit US-Hosting kam in Frage.
- Outlook und SMTP durften nie unterbrochen werden. Während des Projekts kündigte Microsoft 365 Basic Auth für SMTP ab — die Migration auf Microsoft Graph API musste am laufenden System geschehen.
- Cutover-Deadline auf einen externen Anlass. Die Eröffnung des neuen AIHK-Gebäudes war fix terminiert. Entweder Doppelpremiere oder Verschiebung in den Sommer.
Welche Plattform passt zu einer modernen Behörden-Webseite?
Drei Anforderungen bestimmten die Plattform-Wahl: Daten zwingend in der Schweiz, redaktionelle Bedienbarkeit für ein kleines Team, Tempo sowohl beim Bauen als auch beim Ausliefern.
Die Wahl fiel auf Strapi 5 als Headless-Redaktionssystem auf einem Schweizer Coolify-VPS — für euch bedeutet das: alle Inhalte und Bilder werden in der Schweiz gespeichert, ISDS- und nDSG-konform, mit täglichen Server-Backups. Die Seiten selbst werden mit Astro 5 statisch ausgeliefert — für Versicherte heisst das: die Inhalte sind sofort da, ohne Lade-Spinner, auch auf älteren Handys.
SaaS-Systeme wie Webflow oder Squarespace fielen aus dem Rennen, weil sie primär in den USA hosten. Für eine 1.-Säule-Verbandskasse ist das kein gangbarer Weg.
Was die Plattform für eine Ausgleichskasse abdeckt
Wie ersetzt AI-Content-Migration wochenlange Kundenarbeit?
In klassischen Relaunch-Projekten liefert die Agentur eine Handvoll Beispiel-Seiten — die Startseite, eine Detailseite, vielleicht das Kontaktformular. Den Rest, also die Hauptmasse der Inhalte, migriert die Redaktion selbst. Bei einer Behörden-Webseite mit hunderten Anliegen und Merkblättern bedeutet das mehrere Monate Klick-Arbeit für ein kleines Team — oder fünfstellige Migration-Pauschalen, wenn die Agentur es doch übernimmt.
Bei der AIHK lief das anders. Eine AI-gestützte Pipeline übernahm die Typo3-Inhalte, mappte sie auf die neue Strapi-Struktur und bereitete sie redaktionell auf. Die Redaktion gab nur die finalen Texte frei und feinjustierte die fünf zentralen Anliegen-Bereiche. Statt einer Handvoll Beispiel-Seiten kam die ganze Webseite fertig — mit überarbeiteten Inhalten.
Für eine Verbandskasse mit knappen Personal-Ressourcen ist das die eigentliche Hebel-Entscheidung — sie macht den Relaunch überhaupt erst budgetierbar.
Wie verändert die Use-Case-Navigation den Selbstbedienungs-Pfad?
Statt der Typo3-Organisationssicht („Themengebiete / Merkblätter / Formulare") führt die neue Navigation Versicherte über fünf Lebenssituationen: Erwerbsleben & Beiträge, Invalidität, Militär & Zivildienst, Partnerschaft & Kinder, Pensionierung & Rente. Wer ein Kind erwartet, klickt auf Partnerschaft & Kinder, ohne wissen zu müssen, welches Merkblatt dahintersteckt.
Ergänzend dazu liefert eine zentrale Suche im Header schnelle Antworten für Versicherte, die bereits wissen, was sie wollen — zum Beispiel IK-Auszug bestellen oder Adresse melden. Beide Pfade — geführt und direkt — landen am Ende auf derselben Detailseite mit klarer Struktur: Für wen, So gehen Sie vor, Zuständige Stelle.
Wie ersetzt ein dynamischer Ressourcen-Filter 321 statische URLs?
Sämtliche Merkblätter und Formulare landen in einem zentralen Resource-Bereich mit drei Filtern: Dokumententyp, Themengebiet und Fachbereich. Eine Volltextsuche ergänzt die Filter. Damit verschwinden die historischen Sammelseiten — die einzelnen Dokumente sind über jeden Pfad in wenigen Klicks erreichbar.
Ein zweiter Effekt: Die Dokumente lassen sich automatisiert aktualisieren, wenn das Bundes-Portal ahv-iv.ch neue Versionen veröffentlicht. Damit bleibt die Seite ohne manuelle Pflege aktuell.
Ein komplexes Rentenformular, schnell umgesetzt
Das eigentliche Schwergewicht der Webseite ist das Rentenvorausberechnungs-Formular. Versicherte ab etwa 50 Jahren geben hier ihre AHV-Geschichte ein und erhalten eine Schätzung ihrer zukünftigen AHV-Altersrente per Post. Bisher: PDF herunterladen, ausdrucken, ausfüllen, einsenden. Neu: ein achtstufiges Online-Formular mit Live-Validierung und strukturierter Datenübergabe.
Das Formular hat es in sich. Acht Schritte, neun Zivilstand-Varianten von ledig bis durch Tod aufgelöste Partnerschaft, beliebig viele frühere Ehen, beliebig viele Kinder, beliebig viele Auslandsaufenthalte — und dazu der Schweizer Spezialfall Flexibler Rentenbezug mit Vorbezug oder Aufschub einzelner Renten-Anteile. Bedingte Felder, Live-Validierung, Pflichtfeld-Logik, Format-Prüfung der AHV-Nummer, am Ende ein Bestätigungstext, der rechtlich trägt.
Trotzdem lief die Umsetzung schnell. AI-gestützte Analyse des bestehenden Papier-Formulars und ein klickbarer Prototyp ersetzten die übliche mehrmonatige Spezifikations-Schleife. Die AIHK sah ihre Anforderungen früh als funktionierendes Beispiel und konnte gezielt feedbacken statt aus dem Bauch heraus zu beschreiben. Das Resultat: nur zwei Feedback-Runden trotz dieser Komplexität — eine für die Klärung der Sonderfälle wie Flexibler Rentenbezug, eine für den Feinschliff am Bestätigungstext. Dann war es live.
Am Ende generiert das Formular über eine JotForm-Anbindung eine PDF mit den eingegebenen Daten — Datenhaltung in Deutschland, ISDS-konform. Die AIHK erhält parallel eine strukturierte Anfrage direkt in Strapi und kann ohne Nacherfassung weiterarbeiten.
Was Versicherte spüren — und was Google dazu sagt
Eine Webseite wirkt im Alltag schnell oder zäh — Google misst das mit dem öffentlichen Performance-Bericht der PageSpeed Insights. Für euch bedeutet das: ein neutraler Beweis, ob die Seite hält, was sie verspricht.
Google bewertet jede Webseite in vier Kategorien: Performance misst, wie schnell die Seite tatsächlich für Nutzer da ist. Accessibility prüft, ob auch Menschen mit Einschränkungen — etwa mit Bildschirmleser oder Tastatur-Navigation — die Inhalte erreichen. Best Practices deckt sichere Verbindungen, sauberen Code und Datenschutz-Grundlagen ab. SEO bewertet, wie gut Suchmaschinen die Seite verstehen und auflisten können.
Für die neue ahv-aihk.ch liegt der Mobile-Bericht bei 99 / 100 Performance, jeweils 100 / 100 in Accessibility, Best Practices und SEO. Im Klartext: die Seite ist auch auf einem älteren Handy im Zug sofort da, sie funktioniert für blinde Nutzer mit Bildschirmleser, sie folgt aktuellen Sicherheits-Standards und Google findet jeden Inhalt zuverlässig. Versicherte bleiben statt abzuspringen — und die AIHK ist von Anfang an in den Suchergebnissen sichtbar.
Der vollständige Performance-Bericht ist öffentlich bei Google PageSpeed Insights einsehbar.
Eine Doppelpremiere als Launch-Anlass
Der Cutover am 25. Mai 2026 fiel mit der Eröffnung des neuen AIHK-Gebäudes zusammen — geplant, nicht zufällig. Behörden-Webseiten werden selten kommuniziert. Eine Doppelpremiere gibt der Migration einen Anlass und macht die digitale Verbesserung zum Teil eines grösseren Wandels.



Ein kostenloses Gespräch zeigt, ob ein moderner Webauftritt mit Schweizer Hosting auch für eure Ausgleichskasse das richtige Fundament ist.
Häufig gestellte Fragen
Warum lädt die neue Seite so schnell?
Die Seiten kommen direkt als HTML aus dem Strapi-Backend — für euch bedeutet das: die Inhalte sind da, bevor das Handy fertig nachdenkt, auch im Zug oder mit schwachem WLAN. Google misst das mit den Core Web Vitals und belohnt es mit besserer Sichtbarkeit.
Wo liegen die Daten der Ausgleichskasse AIHK?
Komplett in der Schweiz. Strapi läuft auf einem Schweizer Coolify-VPS mit PostgreSQL und täglichen Server-Backups. Kein SaaS-CMS mit US-Hosting, kein US-Datenpfad.
Wie funktioniert die AI-Content-Migration?
Statt jeden Inhalt manuell in das neue System zu übertragen, übernimmt eine AI-gestützte Pipeline das Mapping von der alten Typo3-Quelle zur neuen Strapi-Struktur. Für die Redaktion heisst das: kein wochenlanges Kopieren und Verlinken — die Inhalte landen in der richtigen Struktur, das Team gibt nur final frei.
Was bringt das Rentenvorausberechnungs-Formular?
Versicherte ab etwa 50 Jahren geben ihre Angaben in einem mehrstufigen Formular ein. Die Ausgleichskasse erhält eine strukturierte Anfrage, die Versicherten eine personalisierte PDF via JotForm-Anbindung — Datenhaltung in Deutschland, ISDS-konform.
Wie blieb der E-Mail-Versand während der Migration stabil?
Während des Projekts kündigte Microsoft 365 Basic Auth für SMTP ab. Der Mailversand wurde auf Microsoft Graph API umgestellt — Outlook und alle bestehenden Mail-Funktionen blieben durchgehend verfügbar.
Wird die Webseite nach Go-live von Noevu betreut?
Ja. Das Service-Paket „Seed" deckt Hosting, CMS-Updates, 8 Stunden Support pro Jahr und die Strapi Growth Lizenz für drei Redaktoren ab.











