Was Google Consent Mode v2 ist
Google Consent Mode ist kein Cookie-Banner und kein Gesetz. Es ist eine Schnittstelle. Sie gibt die Entscheidung eurer Besucher an die Google-Tags weiter, also an Google Analytics 4 und Google Ads. Das Banner fragt, Consent Mode leitet die Antwort weiter, und die Tags richten sich danach.
Version zwei hat den Umfang erweitert. Zu ad_storage und analytics_storage kamen ad_user_data und ad_personalization dazu. Sie steuern, ob Google Nutzerdaten für Werbung verarbeiten und personalisieren darf.
Consent Mode v2 kennt vier Einwilligungssignale: ad_storage (Werbecookies), analytics_storage (Analysecookies), ad_user_data (Weitergabe von Nutzerdaten an Google) und ad_personalization (personalisierte Werbung, auch Remarketing genannt, also die erneute Ansprache früherer Besucher). Einen Standardwert bringt Google nicht mit. Den legt ihr selbst fest, bei EU-Besuchern üblicherweise auf «abgelehnt» (denied), bis die Entscheidung vorliegt.
Was für Schweizer KMU gilt
Das Schweizer Recht setzt auf Information und Widerspruch. Nach Artikel 45c des Fernmeldegesetzes dürft ihr Daten auf dem Gerät eurer Besucher bearbeiten. Voraussetzung ist, dass ihr über den Zweck informiert und auf die Ablehnung hinweist. Das bestätigt der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) in seinem Merkblatt vom März 2026. Eine vorgängige, ausdrückliche Einwilligung braucht es nur in Ausnahmen. Sie gilt, wenn die Bearbeitung unerwartet ist, ein hohes Risiko birgt oder besonders schützenswerte Daten betrifft.
Anders sieht es bei Besuchern aus der EU aus. Das europäische Recht verlangt dort die Zustimmung, bevor nicht notwendige Cookies gesetzt werden. Wer gezielt Kundschaft in der EU anspricht, kommt damit in Berührung. Dazu kommt Googles eigene Richtlinie. Sie gilt für den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR: EU plus Island, Liechtenstein und Norwegen), für Grossbritannien und seit dem 31. Juli 2024 auch für die Schweiz. Wer Werbe-Tags wie Google Ads nutzt, muss von diesen Besuchern Einwilligung einholen. Sie gilt für Cookies, soweit das Gesetz sie verlangt, und für personalisierte Werbung wie Remarketing.
Das überprüfte Einwilligungssignal verlangt Google nur für den EWR. Es gilt, sobald ihr Besucher mit Google-Tags messt oder Zielgruppen und personalisierte Werbung nutzt. Für Schweizer und britischen Verkehr erwartet Google laut eigener Hilfe kein solches Signal. Das ist der Stand im Oktober 2026, und Google kann ihn ändern. Prüft die Richtlinie deshalb vor jeder neuen Kampagne.
| Nur Schweizer Publikum | Auch EU-Publikum | |
|---|---|---|
| Schweizer Recht | Information und Ablehnung genügen meist | Gilt weiter, dazu kommt EU-Recht |
| Googles Regel | Einwilligung für Werbecookies und Remarketing, kein überprüftes Signal erwartet | Überprüftes Einwilligungssignal verlangt, per Consent Mode oder Branchenstandard TCF |
| Consent Mode v2 | Nicht erzwungen, mit Banner sinnvoll | Der übliche Weg, das Signal zu liefern |
Die Tabelle zeigt den Kern: Googles Signalpflicht hängt am Publikum, nicht am Firmensitz. Ein Schweizer KMU mit EU-Kundschaft fällt darunter, ein rein lokaler Betrieb meist nicht.
Consent Mode v2 wird Schweizer KMU oft als Rechtspflicht verkauft. Das ist er nicht. Das überprüfte Signal verlangt Google für Besucher aus dem EWR, sobald ihr sie mit Google-Tags messt oder bewerbt. Für rein Schweizer Publikum gilt zweierlei: Das Schweizer Recht verlangt Information und eine Ablehnungsmöglichkeit, und Googles Richtlinie verlangt Einwilligung für Werbecookies und Remarketing. Im Grenzfall klärt eine Datenschutzfachperson die Details.
Basic oder Advanced – die eigentliche Entscheidung
Consent Mode kennt zwei Umsetzungsarten. Der Unterschied entscheidet, wie viel Messung bei einer Ablehnung bleibt und wie datensparsam die Lösung ist. Er ist keine Formsache, sondern eine Abwägung zwischen Datenschutz und Messtiefe.
| Basic Consent Mode | Advanced Consent Mode | |
|---|---|---|
| Google-Tags vor der Entscheidung | Laden nicht | Laden sofort, mit eurem Standardwert |
| Bei Ablehnung | Keine Daten gehen an Google | Cookielose Pings gehen an Google, also kurze Signale ohne Cookie |
| Modellierung | Google Ads: nur ein allgemeines Modell. Analytics: keine Verhaltensmodellierung | Google Ads: Modell für euer Konto. Analytics: Verhaltensmodellierung, sobald genug Daten da sind |
| Datensparsamkeit | Höher | Kompromiss: cookielose Pings verlassen die Website |
| Passt für | Wenig EU-Budget, Fokus Datenschutz | Relevantes EU-Budget und genug Besucher für die Modellierung |
Modellierung heisst, dass Google die fehlenden Zahlen aus dem Verhalten der Besucher mit Einwilligung schätzt. Für Google Analytics 4 gibt es dafür eine Hürde. Google verlangt mindestens 1'000 Ereignisse pro Tag von Besuchern, die ablehnen, über mindestens sieben Tage. Dazu kommen mindestens 1'000 Besucher pro Tag mit Einwilligung an sieben der letzten 28 Tage. Das setzt mehrere tausend Besucher im Monat voraus, und garantiert ist die Modellierung auch dann nicht. Eine Website mit rund 850 Besuchern in 30 Tagen, wie noevu.ch, erreicht die Schwelle nicht.
Für Google Analytics 4 schliesst Advanced Messlücken deshalb nur bei genug Verkehr. Basic hält maximal zurück und verliert dafür die Daten der Besucher ohne Einwilligung. Die richtige Wahl folgt euren Besucherzahlen und eurem EU-Werbebudget, nicht dem Standardtutorial.
Der Datenschutzkompromiss im Advanced-Modus
Advanced Consent Mode klingt verlockend: mehr Daten, weniger Messlücken. Der Preis steht im Kleingedruckten. Auch wer ablehnt, löst cookielose Pings aus, die Google für die Modellierung nutzt. Das solltet ihr kennen und in der Datenschutzerklärung nennen, bevor ihr Advanced aktiviert.
Aktiviert Advanced nicht reflexartig, nur weil ein Tutorial es empfiehlt. Prüft zuerst, ob eure Website die Schwellen für die Modellierung erreicht und ob genug Werbebudget in den EU-Raum fliesst. Bei kleinen Zahlen ist Basic die datensparsamere Wahl. Advanced lohnt sich, wenn Messlücken bei relevantem EU-Budget echte Entscheidungen verzerren.
Was ihr konkret braucht
Für eine saubere Umsetzung braucht es vier Bausteine, ob ihr Basic oder Advanced wählt. Fehlt einer, wirkt das Banner zwar, aber die Signale kommen womöglich falsch oder gar nicht bei Google an.
Die Bausteine einer sauberen Umsetzung
Google verlangt von Werbetreibenden keine CMP aus seinem Partnerprogramm. Die Zertifizierungspflicht trifft Betreiber von Websites, die Google-Anzeigen ausspielen.
Wenn ihr gar keine Google-Tags nutzt
Consent Mode ist eine Google-Schnittstelle. Wer weder Google Analytics noch Google Ads einsetzt, hat nichts zu übermitteln und braucht ihn nicht. Cookielose Auswertungen wie Rybbit kommen ohne Consent Mode aus. Welche Anbieter es gibt, zeigt der Beitrag unten.
Der Preis liegt woanders. Ohne Google-Tags gibt es keine Remarketinglisten und keine Messung für Google-Kampagnen. Wer keine Kampagnen schaltet, verliert dabei kaum etwas. Wer sie schaltet, braucht weiter Google-Tags und damit Consent Mode.
Cookielos heisst ausserdem nicht regelfrei. Rybbit wirbt mit «keine Cookies, kein Banner». Auf noevu.ch legt es eine zufällige Kennung im lokalen Speicher des Browsers ab (Local Storage). Der EDÖB nennt diesen Speicher ausdrücklich als ähnliche Technologie. Ob eine solche Messung für EU-Besucher ohne Einwilligung auskommt, ist nicht abschliessend geklärt. Eure Datenschutzerklärung nennt deshalb jedes Werkzeug mit Zweck und Anbieter.
Wie Noevu Einwilligung und Messung auf noevu.ch löst
Auf noevu.ch laufen zwei Messsysteme parallel. Cloudflare Zaraz, ein Tag-Manager, verwaltet Google Analytics 4 zentral, ebenso das Einwilligungsbanner. Besucher aus der EU sehen das Banner und entscheiden dort über Analyse und Werbung. Daneben misst Rybbit auf einem eigenen Server in der Schweiz, ohne Banner und ohne Cookies.
Beide Systeme erhalten dieselben Ereignisse, etwa einen gebuchten Termin. Der Vergleich zeigt grob, wie viele Besucher in Google Analytics fehlen, auch wegen des Banners für EU-Besucher. Lest den Abstand als Grössenordnung, denn beide Systeme zählen unterschiedlich.
Bei Kundenaufträgen steht eine Bestandsaufnahme am Anfang: Welche Dienste laden, und welcher Weg passt dazu? Danach folgen die Anbindung von Consent Mode v2 und ein Test, ob vor der Entscheidung nur fliesst, was der gewählte Modus erlaubt. Das Banner selbst erklärt der Leitfaden zu Cookie-Bannern für Schweizer Shops. Wer Messung und Website gemeinsam angehen will, findet den Rahmen unter Website optimieren.
Consent-Mode-Entscheidungshilfe mit Testprotokoll
Die Entscheidungshilfe als PDF: Drei Fragen führen zu «Consent Mode nicht erzwungen», «Basic» oder «Advanced». Dazu das Testprotokoll, mit dem ihr abhakt, ob die vier Signale bei Google ankommen.
Vielen Dank. Der Download startet gleich.
Häufige Fehler bei der Umsetzung
Bei der Umsetzung wiederholen sich dieselben Fehler. Sie kosten Messdaten oder Vertrauen und fallen meist erst auf, wenn die Zahlen schon fehlen.
Fünf Fehler, die Messung oder Vertrauen kosten
- Das Banner blockiert Tags, gibt aber keine Consent-Mode-Signale weiter: Google sieht keine Einwilligung, und die Messung für EU-Besucher bricht weg
- Der Standardwert fehlt: Ohne ihn laden die Tags mit Einwilligung statt mit «abgelehnt» und hebeln den Datenschutz für EU-Besucher aus
- Nur Analytics ist angebunden, Google Ads nicht, und das Remarketing bricht unbemerkt weg
- Ihr aktiviert Advanced, ohne den Datenschutzkompromiss zu prüfen und ohne die Schwellen für die Modellierung zu erreichen
- Niemand testet die Signale nach dem Aufsetzen, und der Fehler zeigt sich erst, wenn Abschlüsse fehlen
Fazit
Google Consent Mode v2 ist selten das, was Anbieter versprechen. Er ist kein Schweizer Gesetzesparagraf, sondern Googles Bedingung für funktionierende Messung und Werbung bei Besuchern aus dem EWR. Wer nur Schweizer Publikum anspricht, hat mehr Spielraum, als viele Anbieter behaupten. Wer EWR-Besucher bewirbt oder misst, kommt kaum darum herum.
Drei Entscheidungen zählen: Braucht ihr überhaupt Google-Tags, passt Basic oder Advanced zu euren Besucherzahlen, und gibt eure Bannerlösung die Signale sauber weiter? Alles gehört getestet, sonst wird das Häkchen zum Alibi. Die rechtliche Lage im Grenzfall klärt eine Datenschutzfachperson, die Technik lässt sich unabhängig davon sauber bauen.

Ein kurzes Gespräch klärt, welcher Modus zu euren Besucherzahlen und eurem EU-Budget passt und was bis zur sauberen Messung noch fehlt.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Google Consent Mode v2 – einfach erklärt?
Consent Mode ist eine Schnittstelle zwischen eurem Cookie-Banner und den Google-Tags auf der Website. Sie übermittelt die Entscheidung eurer Besucher an Google Analytics 4 und Google Ads. Version zwei ergänzt die bisherigen Signale um zwei neue, ad_user_data und ad_personalization. Sie steuern, ob Google Nutzerdaten für Werbung verarbeiten und personalisieren darf. Consent Mode ist also kein Banner und kein Gesetz, sondern die Anbindung dazwischen.
Wie richte ich Google Consent Mode v2 ein?
In vier Schritten: Erstens wählt ihr ein Banner oder eine CMP, die Consent Mode unterstützt. Zweitens setzt ihr den Standardwert auf «abgelehnt». Drittens bindet ihr die Entscheidung an alle Google-Tags an, also an Analytics und Ads. Viertens testet ihr mit dem Google Tag Assistant, ob die vier Signale ankommen. Ob Basic oder Advanced passt, entscheiden eure Besucherzahlen und euer EU-Budget. Wie das Banner selbst aussehen sollte, zeigt der Leitfaden zu Cookie-Bannern.
Ist Consent Mode v2 in der Schweiz gesetzlich Pflicht?
Nein, nicht nach Schweizer Recht. Es verlangt für die meisten Cookies Information und eine Ablehnungsmöglichkeit (Artikel 45c Fernmeldegesetz, Merkblatt des EDÖB vom März 2026), aber keine Consent-Mode-Schnittstelle. Die Pflicht entsteht durch Googles Richtlinie: Für Besucher aus dem EWR muss die Entscheidung an Google gehen, per Consent Mode oder dem Branchenstandard TCF. Für Schweizer und britischen Verkehr verlangt Google laut eigener Hilfe Einwilligung für Werbecookies und Remarketing, erwartet aber kein überprüftes Signal. Im Grenzfall klärt eine Datenschutzfachperson die Details.
Was ist der Unterschied zwischen Basic und Advanced Consent Mode?
Bei Basic Consent Mode laden die Google-Tags erst, wenn ein Besucher im Banner entschieden hat. Lehnt jemand ab, passiert nichts: keine Tags, keine Daten. Bei Advanced laden die Tags sofort und senden bei Ablehnung cookielose Pings, also kurze Signale ohne Cookie. Daraus modelliert Google fehlende Abschlüsse. Google Analytics 4 braucht für die Verhaltensmodellierung Advanced und genug Verkehr. Advanced liefert so mehr Messdaten, gibt dafür aber auch bei Ablehnung etwas an Google weiter. Diesen Datenschutzkompromiss vermeidet Basic.
Welche Consent Management Platform (CMP) brauche ich?
Eine, die die Entscheidung einholt, speichert und an alle vier Signale weitergibt. Google verlangt von Werbetreibenden keine CMP aus seinem Partnerprogramm. Die Pflicht zu einer zertifizierten CMP trifft Betreiber von Websites, die Google-Anzeigen ausspielen. Wichtiger als der Name ist die saubere Anbindung: Die Signale müssen vor dem ersten Google-Tag gesetzt sein. Eine CMP, die zwar gut aussieht, die Signale aber nicht weitergibt, erfüllt den Zweck nicht.
Was passiert ohne Consent Mode v2 bei Google Ads?
Für Besucher aus dem EWR fehlt Google dann die überprüfbare Einwilligung. Das kann zu Datenverlust führen, und Remarketing sowie personalisierte Werbung lassen sich dafür nicht mehr nutzen. Prüft Google ein Konto und findet keine Einwilligungen, kann es Zielgruppenfunktionen und die Messung der Abschlüsse aussetzen. Für ein Schweizer KMU, das gezielt Kundschaft in Deutschland oder Österreich bewirbt, heisst das deutlich weniger Daten für die Kampagne.
Verbessert Consent Mode meine Datenqualität in Google Analytics 4?
Indirekt, aber nur im Advanced-Modus und nur mit genug Verkehr. Google Analytics 4 schätzt aus den cookielosen Pings fehlende Besuche. Voraussetzung sind mindestens 1'000 Ereignisse pro Tag von ablehnenden Besuchern und 1'000 Besucher pro Tag mit Einwilligung, jeweils über mehrere Tage. Das schliesst Messlücken bei vielen Ablehnungen, garantiert ist es aber nicht. Bei Basic bleibt die Lücke offen. Eine Website mit wenigen hundert Besuchern im Monat erreicht die Schwellen nicht, dann bringt Advanced keinen messbaren Gewinn.
Brauche ich Consent Mode, wenn ich Rybbit oder ein anderes cookieloses Tool nutze?
Nein. Consent Mode betrifft nur Google-Tags. Wer weder Google Analytics noch Google Ads einsetzt, hat nichts zu übermitteln. Die Informationspflicht bleibt trotzdem: Eure Datenschutzerklärung nennt das Werkzeug mit Zweck und Anbieter. Rybbit wirbt mit «keine Cookies, kein Banner». Ob eine cookielose Messung für EU-Besucher ohne Einwilligung auskommt, ist nicht abschliessend geklärt.
Quellen
- Hilfe zur EU-Richtlinie zur Einwilligung der Nutzer (EU User Consent Policy)Google
- Consent Mode einrichtenGoogle
- Über Consent ModeGoogle
- Voraussetzungen der Verhaltensmodellierung für Consent ModeGoogle
- Aktualisierungen von Consent Mode für Traffic im EWRGoogle
- Probleme beim Consent-Audit der EU-Richtlinie behebenGoogle
- Fernmeldegesetz (FMG), Art. 45cFedlex
- Merkblatt Cookies, März 2026EDÖB
- Google Consent Mode in Cloudflare ZarazCloudflare
- Rybbit: cookielose Web-AnalyseRybbit





